2004 bis 2007 PDF Drucken E-Mail

von Hans Zenker

Ausklang der Ära Schulz

Die Jahre 2004 bis 2007 waren für uns geprägt durch zwei herausragende Ereignisse:

Das 900-jährige Orts-Jubiläum der Gemeinde Friolzheim im Jahr 2005 und die Reise unseres Chores nach Kreta zu Ostern des Jahres 2007.

Unsere Mitwirkung bei der 900-Jahr-Feier bestand vor allem in der entsprechend festlichen Gestaltung unseres Konzerts am 30. April 2005. Unter dem Titel „Romantik-Liebeslieder – Tanz in den Maien“ sangen zunächst unser Kinderchor und danach der Erwachsenen-Chor. Auch ein Tanz-Paar tanzte mit. Und schließlich traten auch Gäste aus dem Elsass auf, zwei singende Brüder und ein Akkordeon-Spieler. Deren Liedvorträge kamen in Friolzheim genauso gut an wie in Saverne, wo wir sie kennen gelernt hatten.

Beim Hauptfest im Juli 2005 waren wir Teilnehmer im Fest-Umzug und Zuhörer bei dem Konzert im Festzelt, zu dem unsere Gemeinde das bekannte Gesangs-Duo Geschwister Hofmann engagiert hatte.
Auch beim „Mittelalterlichen Markt“ am 24. und 25. September 2005 waren wir dabei: auf dem Marktplatz mit Stand und kulinarischen Angeboten und beim Gottesdienst am Sonntag früh in der evangelischen Kirche mit einigen als Mönche verkleideten Sängern, die auch einige liturgische Verse singen mussten.
Soviel zu unserem Gemeinde-Jubiläum im Jahr 2005.


Trotz der Groß-Ereignisse in dieser Zeit gab es turnusmäßig zwei Konzerte:


29. April 2006
„Musikalischer Schabernack“. Von diesem
Schabernack ist mir vor allem der Sketch
„Die fidele Gerichtssitzung“ in Erinnerung geblieben.
Der Witz bei diesem Sketch: Er ist gespickt mit lauter
bekannten Opern- und Operetten-Melodien.
13. Oktober 2007  
„Folk uns“ Ein Konzert mit deutschen und
ausländischen Volksliedern.

Dann zu unserer Reise nach Kreta:
Planung und Vorbereitung dauerten über ein Jahr. Die Reise selbst dauerte acht Tage, vom 6. bis 13. April 2007. Sie wurde für alle, die dabei waren, ein unvergessliches Erlebnis. Nicht, dass alles hundertprozentig geklappt hätte; es gab einige Pannen bei der Zimmer-Reservierung. Aber der Ärger darüber war schnell verflogen.

Musikalische Höhepunkte der Reise waren unsere Auftritte bei einem evangelischen Oster-Gottesdienst in Heraklion und bei einem Konzert in Agios Nikolaos.
Die kleine teils deutschsprachige evangelische Gemeinde in Heraklion residiert in einem unscheinbaren Häuschen, in dem es nur einen Raum und nur Außenwände gibt. Die sind aber aus uralten dicken Mauern mit nur wenigen kleinen Fenstern; unverputzt und innen mit entsprechender Akustik. Die Lieder, die wir dort beim Oster-Sonntags-Gottesdienst sangen, kamen gut an, und wir wurden von Pfarrer und Gemeinde sehr herzlich begrüßt. Die Freundlichkeit, mit der wir von der einheimischen Bevölkerung stets begrüßt wurden ,war eine besondere Erfahrung bei dieser Reise.
Das Konzert in Agios Nikolaos am 11. April 2007 war von dem dort heimischen „Rainbow-Chor“ und von der dortigen Gemeinde-Verwaltung anberaumt worden. Wir sangen auf der Bühne eines sonst wohl als Kino dienenden Saales. Der Rainbow-Chor und wir ernteten für unsere Lieder viel Beifall. Natürlich war die Verständigung nicht immer einfach. Aber als unser Chorleiter einmal versuchte, den Inhalt eines typisch schwäbischen Liedes den Zuhörern auf englisch zu erklären, konnte ihm das offensichtlich gelingen. Er hatte jedenfalls die Lacher auf seiner Seite.
Im Anschluss an das Konzert gab es einen Empfang mit Getränken und tollen Snacks auf Einladung der Gemeinde. Auch dieses Konzert, das gemeinsame Singen und das Zusammensein mit den Sängerinnen und Sängern des Rainbow-Chores wurde für uns ein beeindruckendes Erlebnis. Nach einem letzten Lied im Treppenhaus ging es mit dem Bus zurück in unser Hotel.

Zu den touristischen Höhepunkten unserer Kreta-Reise gehörten natürlich die Besuche der berühmten antiken Tempelruinen auf Kreta, den Palästen Festos und Knossos. Wir hatten einen ausgezeichneten Fremdenführer. Er sprach fließend deutsch und war fachlich so gut informiert, dass unsere Schriftführerin später scherzte, er habe wohl jeden der antiken Steine selber mit ausgegraben.

Ein besonderes Erlebnis war auch unser Besuch bei der nächtlichen Osterfeier nach griechisch-orthodoxer Tradition. Dabei wurde eine Strohpuppe, der symbolische Judas, verbrannt.


Was mich bei dem Aufenthalt auf Kreta am meisten beeindruckt hat, waren die Begegnungen mit den Menschen: Da war dieser junge Fremdenführer, der uns mit Stolz und mit großem Sachverstand die Schönheiten und die erstaunliche Geschichte seiner Heimat nahe brachte, da waren die Mitglieder der kleinen evangelischen Gemeinde, mit denen wir zusammen einen Oster-Gottesdienst feierten, da waren die Sängerinnen und Sänger des Rainbow-Chores, und da waren auch die jungen Angestellten im Hotel, die uns dort jeden Tag so freundlich bedienten und umsorgten und für die wir auch mal ein spontanes Ständchen sangen.

Da vergesse ich gerne die Enttäuschung über den verpatzten letzten Abend im Hotel, der – jedenfalls für mich – im Lärm einer überlauten Musik unterging.
Zum Bericht über die Kreta-Reise gehört auch die Erinnerung an unseren Sänger Gerd Knipping. Er hatte die Reise ganz wesentlich mit geplant und organisiert. Er verstarb im September 2010; wir haben uns mit unseren Liedern an seinem Grab von ihm verabschiedet.

Bevor ich den Bericht über die Zeit abschließe, in der Herr Hans Dieter Schulz unser Chorleiter war, muss ich noch etwas zur Entwicklung der finanziellen Situation unseres Vereins sagen. Das mag für einen Gesangverein und seine Chronik nicht das wichtigste sein. Aber ohne funktionierende Finanzierung kann auch ein Gesangverein – mag er sonst noch so gut sein – nicht existieren. Für unseren Verein hat sich die finanzielle Situation in den letzten 25 Jahren verbessert. Wir sind nicht reich geworden aber schuldenfrei. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie unsere damalige Kassiererin Alice Gauß, mir im Jahr 1992 berichtete:
Das Darlehenskonto bei der Bank wurde aufgelöst, nachdem der Darlehensstand auf „Null“ gesunken war.
Frau Gauß war noch zur Zeit des Männerchores dem Verein als passives Mitglied beigetreten, wurde zur Kassiererin gewählt und hat die damit verbundenen Aufgaben (Kassenverwaltung und Buchhaltung) jahrelang mit Energie und Umsicht wahrgenommen. Dass sie mir den Darlehensstand „Null“ mit einem gewissen Stolz verkündete, kann ich verstehen, denn sie hatte diesen Erfolg ja nicht nur gebucht, sondern durch Mithilfe bei der Bewirtschaftung unseres Vereinsheims auch geholfen, die dafür notwendigen Einnahmen zu erzielen.

Natürlich war sie nicht die Einzige, die dabei mitgeholfen hat. Vielmehr muss ich an dieser Stelle all denen danken, all den Sängerinnen, Sängern, passiven Mitgliedern und Freunden, die bei den Arbeiten rings um das Vereinsheim in den vergangenen 25 Jahren mitgeholfen und dadurch zur Erzielung der für unseren Verein notwendigen Einnahmen beigetragen haben.

Das führt zu der Frage: Was waren denn das für Einnahmen, mit denen sich unser Verein in den letzten 25 Jahren finanziert hat? Die Antwort ist einfach, denn daran hat sich in dieser ganzen Zeit im Prinzip nichts geändert. Unsere Einnahmen bestanden und bestehen weiterhin aus 3 Gruppen:
Den Mitgliedsbeiträgen, den Zuschüssen und Spenden und den Überschüssen aus der Bewirtschaftung des Vereinsheims.
Weil die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, Zuschüssen und Spenden meistens nicht ausreichen, um die Kosten der normalen Vereins-Aktivitäten zu decken, sind wir auf die Überschüsse aus der Bewirtschaftung dringend angewiesen und natürlich auf die ehrenamtliche und freiwillige Mithilfe möglichst vieler Mitglieder bei den Arbeiten zur Erzielung dieser Überschüsse. Das ist eigentlich nichts besonderes. Viele Vereine müssen durch freiwillige Leistungen ihrer Mitglieder hinzuverdienen, was Beiträge, Zuschüsse und Spenden nicht hergeben.

Wir haben den Vorteil eines eigenen (jetzt schuldenfreien) Vereinsheims. Dieser Vorteil zeigt sich vor allem an einem besonderen Friolzheimer Festtag. Ich meine den Friolzheimer Pfingstmarkt alljährlich am Pfingstmontag. Da haben alle Friolzheimer Vereine die Möglichkeit, ihre Vereinskasse durch Bewirtung der Marktbesucher aufzubessern. Unser Vereinsheim, das „Milchhäusle“ hat dabei eine günstige Lage, und die vorher in fleißiger Handarbeit von unseren weiblichen Mitgliedern hergestellten Maultaschen haben eine guten Ruf. So ist der Pfingstmarkt für uns zu einem jährlich wiederkehrenden Groß – Ereignis geworden, dass uns einerseits harte Arbeit abverlangt, andererseits einen zwar vom Wetter abhängigen aber im Durchschnitt verlässlichen Ertrag verspricht.

Übrigens: Hinsichtlich der Büro- und insbesondere der Buchungsarbeiten, die bei der Bewirtschaftung eines Vereinsheims ja auch anfallen, da ist in den vergangenen 25 Jahren auch bei uns das Zeitalter der Schreib- und Rechenmaschinen durch das Computerzeitalter abgelöst worden. Ich erwähnte das schon. Unsere langjährige Kassiererin Frau Gauß hatte noch ein sogenanntes amerikanisches Journal, in das sie unsere Einnahmen und Ausgaben handschriftlich eintrug. Daraus ergab sich dann nach umfangreichen Berechnungen am Jahresende jeweils unsere Bilanz. Jetzt gibt es einen Computer, ein für uns passendes Buchungsprogramm und zusätzlich zum Kassier noch einen Buchhalter aus den Reihen unserer Sänger, der mit Buchungen und Programm umgehen kann. Wenn alle erforderlichen Buchungen erledigt sind, kommt dann am Jahresende die fertige Bilanz per Mausklick aus dem Drucker. So ändern sich die Zeiten !

Das Jahr 2007 war nicht nur das Jahr unserer Kreta-Reise sondern auch unser letztes Jahr unter der Chorleitung von Hans Dieter Schulz. Er hatte uns seinen Wunsch, nach seiner Pensionierung als Lehrer auch von der Verpflichtung als unser Chorleiter entbunden zu werden, rechtzeitig mitgeteilt. Wir haben das sehr bedauert, aber seinem Wunsch entsprochen. Wir sangen das letzte Mal öffentlich unter seiner Leitung beim traditionellen Adventskonzert in der evangelischen Kirche in Friolzheim am 08. Dezember 2007. Auch seine Frau war zum letzten Mal die einfühlsame Moderatorin. Der Abschied war für ihn einerseits befreiend, aber für uns alle (ihn eingeschlossen) auch tränenreich.

Ganz haben wir die Verbindung zu einander nicht abgebrochen. Wir haben jetzt eine Einrichtung, die wir als Sänger-Stammtisch bezeichnen. Das ist eine Zusammenkunft von Sängerinnen und Sängern in unserem Vereinsheim, zu der auch Nicht-Mitglieder willkommen sind. Bisher fand sie in unregelmäßigen Abständen statt, meist in zweiwöchigen, jeweils am Mittwoch Vormittag. Es geht um ein ungezwungenes Miteinander Singen, aber unter fachkundiger Leitung. Diese fachkundige Leitung übernahm ehrenamtlich unser früherer Chorleiter Hans Dieter Schulz. Gesungen werden vorwiegend deutsche Volkslieder (auch alpenländische), aber ohne jede Aufführungs-Verpflichtung und ohne Übungs-Stress. Die an das Singen anschließende Bewirtung mit Kaffee und kleinen Snacks übernehmen jeweils einige Sängerinnen unseres Chores. Dieser Sänger-Stammtisch wird bis heute gerne besucht. Die meisten Besucher sind natürlich Sängerinnen und Sänger in unserem Hauptchor, aber längst nicht alle.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 14. Januar 2011 um 17:31 Uhr
 
 

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